Achtsamkeit in der Krise: Wie du nicht völlig durchdrehst.

Achtsamkeit in der Krise: Wie du nicht völlig durchdrehst.

Unsicherheit, Angst und Einsamkeit sind seit vielen Monaten häufige Begleiter vieler Menschen geworden. Geht es dir vielleicht auch so, dass du ständig nervös bist, schlecht schlafen kannst und Sorgen, Angst und Wut sich in deinem Kopf breit machen?  Um es auf den Punkt zu bringen: Hilflosigkeit während einer akuten Krise ist ein beschissenes Gefühl. Ich verstehe dich sehr gut, auch ich gehöre zu den Menschen, die gerne die Kontrolle haben. 

Achtsamkeit kann dir helfen, mit schwierigen Situationen besser umzugehen und am Ende des Tunnels wieder ein Licht zu finden. 

Wie du dir selbst mit Achtsamkeit hilfst.

Wenn du achtsam bist, spürst du deinen eigenen Körper, deine Atmung und merkst wie Gefühle und Gedanken kommen und gehen. Achtsamkeit bedeutet auch, dass du alle Sinneseindrücke, Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühlsregungen freundlich annimmst, selbst wenn es schwierig ist.

Entspanne dich

Nimm dir jeden Tag ein paar Minuten Zeit. Versuche dich zu entspannen, einen Moment innezuhalten und bewusst auf deine Atmung zu achten. Du kannst das überall machen, selbst wenn du auf den Bus wartest. Vermeide es, dabei zu grübeln. Natürlich ist es immer gut, wenn du auf gewisse Situationen vorbereitet bist, du solltest dich aber nicht mit Ängsten und Sorgen fertigmachen. Lass deine Gedanken kommen und sanft weiterziehen. 

Gönne dir bewusste Momente mit dir selbst.

Sieh deiner Angst ins Gesicht

Angst lässt sich nicht einfach vertreiben. Das ist klar. Du kannst, wenn du das nächste Mal Angst spürst, sie versuchen zu benennen und ihr einen Namen zu geben. “Oh, da ist das Miststück ja wieder!” Nimm die Veränderungen in deinem Körper in diesem Moment bewusst wahr und konzentriere dich dann wieder auf deine Atmung. Einatmen. Ausatmen. Dein Atem lässt dich nicht im Stich. Egal was passiert, du kannst dich immer auf ihn verlassen. 

Sei nicht so streng zu dir selbst

DU BIST GUT SO, WIE DU BIST.

Sehr oft behandeln wir uns selbst am schlimmsten. Sogar Leute, die wir nicht einmal mögen, behandeln wir besser, als uns selbst. So wie du dich selbst behandelst, so beeinflusst es natürlich auch, wie du dich fühlst. Also kurz: wenn du dich wertschätzend behandelst und lieb zu dir selbst bist, wirst du dich automatisch besser fühlen, egal in welcher Lage du gerade steckst. 

Schlussendlich kannst du nur das Beste aus der aktuellen Situation machen und deine Zeit so gut wie möglich nutzen. Scheiß drauf, wenn du mal ein paar Tage einfach nichts tust! Es ist ok, du darfst das!

 

Schätze, was du hast

Auf einmal sind viele Freiheiten nicht mehr selbstverständlich, die du vor der Krise nie wirklich geschätzt hast. Mein Schwiegerpapa würde alles dafür geben, wenn er einfach wieder einmal auf einen Kaffee mit seiner Frau in ein Restaurant sitzen könnte. Auch wenn das auf hohem Niveau gejammert ist, versteht wohl jeder, was ich meine. Viele Menschen hat es härter getroffen, sie dürfen nun seit fast einem Jahr ihren eigentlichen Job nicht mehr ausüben und sind vielleicht sogar kurz vor ihrem existenziellen Ruin. Ich hoffe, du bist davon nicht betroffen. Und wenn schon, dann wünsche ich dir, dass die Zukunft neue Möglichkeiten für dich bringt, wie du deine Brötchen verdienen kannst und dabei glücklich bist oder eine lang ersehnte Öffnung in deiner Branche endlich wieder ermöglicht wird. Auch wenn Eltern nicht mehr wissen, wie sie Home Office, Kinder und Haushalt unter einen Hut bringen sollen, nachdem alles mögliche an Selbstbeschäftigung für die eigenen Kinder schon richtig ausgelutscht ist. Streitigkeiten sind da vorprogrammiert. Trotz allem bin ich mir sicher, dass es Menschen und Momente in deinem Leben gibt, die es lebenswert machen und du aus tiefstem Herzen dankbar dafür bist. Es sind eben die kleinen Momente, die unser Leben besonders machen – schätze sie!

Sammle positive Erfahrungen

Es ist gar nicht so einfach, das Positive im Leben zu sehen. Das muss mitunter auch erst einmal gelernt werden. Du kannst z. B. ein Achtsamkeits-Tagebuch führen, welches du jeden Abend 2 Minuten verwendest, um 1-2 positive Erlebnisse/Erkenntnisse des heutigen Tages niederzuschreiben, für diese du sehr dankbar bist. 

Nutze deine Zeit für Aufgeschobenes

Ich bin mir sicher, dass jeder schon einmal folgenden Satz gesagt hat: “Wenn ich nur genug Zeit hätte, dann…”. Nun ja, ich würde sagen, JETZT hast du wirklich genug Zeit. Egal ob du dein Hobby aus deiner Kindheit gerne wieder aufleben lassen möchtest, deinen Steuerausgleich endlich vorbereiten oder deine Karriere in eine neue Richtung bringen möchtest. JETZT ist die Zeit dazu. Nutze sie. Es wird vielleicht nie wieder wie “vor Corona” werden, aber eine Zeit, in der wir gelernt haben, besser mit Corona umzugehen, die wird kommen. Vielleicht fühlst du dich wie in einem Schwebezustand, während alles um dich herum ungewiss ist. Evolutionär gesehen mussten wir Menschen uns immer wieder an ständig wechselnde Lebensbedingungen anpassen, es ist also ganz normal. Auch du wirst die Kurve kriegen und lernen, mit dieser außergewöhnlichen Situation umzugehen. 

 

Nutze die Zeit für Dinge, die du machen würdest, "wenn du endlich einmal genug Zeit hättest".

7 wertvolle Tipps gegen Einsamkeit

Egal ob du gerade in häuslicher Quarantäne steckst, dir einfach schon die Decke auf den Kopf fällt, weil du Single bist oder mit deinem Partner schon zum hundertsten Mal über die gleichen Sachen diskutierst und dich sozial einfach nur noch ausgegrenzt und gelangweilt fühlst – du bist nicht allein! Die ganze Welt sitzt buchstäblich im selben Boot. Trotzdem bin ich mir sicher, dass du etwas gegen deine Einsamkeit unternehmen kannst.

Corona Einsamkeit
Während anhaltender Lockdowns fühlen sich viele Menschen sehr einsam.
  • Denk positiv – klingt banal, wirkt aber wahre Wunder. Wenn du mit einer positiven Einstellung in den Tag startest, hast du bereits einiges bewirkt!
  • Schaff Routine. Ohne Routine sind viele schnell verzweifelt, was sie mit ihrer Zeit anstellen sollen. Wenn du dir eine Routine für den Tagesablauf zusammenlegst, hast du etwas, woran du dich festhalten kannst. Es hilft schon, wenn du zu geregelten Zeiten aufstehst und wieder schlafen gehst.
  • Halte Kontakt mit deinen Liebsten, zumindest über Whatsapp, Facebook und Co! Vielleicht hast du sogar Lust, einmal eine altmodische Postkarte zu schreiben und per Post zu verschicken? 
  • Treibe Sport und halte dich fit! Leichter gesagt, als getan. Ich kenne es selbst, ständig findet man doch eine Ausrede. Probier es doch mit einer kleinen Wanderung auf einen Berg oder einen langen Spaziergang am See? Auch zuhause kannst du z. B. mit Yoga anfangen – es gibt genügend Online-Kurse!
  • Bring deine Bude auf Vordermann! Da du ohnehin wahrscheinlich gegenwärtig sehr viel zuhause bist, sollte deine Bleibe ein Ort sein, an welchem du dich wohl fühlst. Nutz die Zeit und pimp deine 4 Wände, wie es dir gefällt! Auf YouTube gibt es endlose Tutorials, wie du zahlreiche Möbel oder Accessoires selbermachen kannst, Low Budget und mit Spaß – garantiert.
  • Finde mindestens eine Person, mit der du offen und ehrlich über deine Gefühle sprechen kannst. Wenn du das Gefühl hast, dass du dich nicht an Familie oder Freunde wenden kannst, dann suche dir professionelle Hilfe bei einem/r Psychotherapeut/in. Das Gespräch mit einer unabhängigen Person wirkt wahre Wunder!
  • Haustiere lieben dich, bedingungslos. Sie geben dir auch eine Aufgabe, indem du dich täglich um sie kümmern musst und Zeit mit ihnen verbringst. Wenn es nicht möglich ist, dass du eigene Haustiere hast, dann melde dich doch bei einer Pet-Sitting-App an und schaue für ein paar Stunden in der Woche auf die Haustiere von anderen Menschen. Das ist eine Win-Win-Situation für alle. 🙂

Nutz die Krise als Chance

Jede noch so schlimme Zeit, lehrt uns etwas. Sei es, mehr im Moment zu leben, oder auch einfach nur dankbar zu sein. Ich wünsche dir, dass du dich selbst wertschätzen kannst und das beste aus unserer schwierigen Zeit herausholen kannst. Für mich selbst war die Krise eine riesige Chance, endlich das zu tun, wovon ich schon sehr lange träume: Ich habe mir endlich die Zeit genommen, einen Blog zu starten und meiner Leidenschaft freien Lauf zu lassen. Gibt es bei dir auch etwas, was dir unter den Fingernägeln brennt und wartet, bis du endlich damit beginnst? Vielleicht möchtest du dein eigenes Buch schreiben, ein Haus bauen oder eine neue Ausbildung anfangen? Egal wofür dein Herz schlägt, mach es!

Wie geht es dir im Moment? Wie gehst du mit der Krise um? Vielleicht hast du Achtsamkeit auch für dich entdeckt und zu einem wichtigen Teil deines Tages werden lassen. Ich freue mich sehr über deine Meinung! 

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