Die Quitte – pelzig, aber oho!

Die Quitte – pelzig, aber oho!

Die fast vergessene Frucht

Kennst du überhaupt Quitten? Ich traue mich zu wetten, dass einige Leute die köstliche Frucht längst vergessen haben. Als mir meine Freundin Clelia aus Südtirol diesen Herbst einige Quitten aus ihrem eigenen Garten schenkte, machte ich mich sofort daran, die aromatischen Früchte zu verarbeiten. Danke Clelia! 

Sind Quitten längst vergessen, oder feiern sie ihr Comeback?

Quitten gibt es in unterschiedlichsten Sorten und Formen. Einige Quittensorten ähneln von der Form her eher Äpfeln, andere eher Birnen. Quitten schmecken nach einer Mischung aus Äpfeln, Birnen, Zitronen und einem Hauch Rose. Wobei Birnenquitten stärker und Apfelquitten milder im Geschmack sind.

Die Früchte enthalten von Natur aus eine große Menge an Pektin – das ist der Stoff, welcher Marmeladen gelieren lässt. Daraus kannst du ableiten, dass Quitten ideal dazu geeignet sind, um aus ihnen selbstgemachtes Gelee zu kochen! “Marmelade” leitet sich sogar vom portugiesischen Wort für Quitte, “Marmello”, ab. Quitten schmecken aber nicht nur gut, sie sind auch richtige Gesundheitsbooster!

Solltest du einmal eine unüberschaubare Menge an Quitten zuhause haben, kannst du frische Quitten aber auch einfrieren, wenn du sie zuvor schälst und blanchierst.

 

Quitten sind roh kaum genießbar, ist aber Geschmackssacke. Es gibt aber eine Menge an tollen Rezepten, wie du die kompletten Früchte verarbeiten kannst. Ich zeige dir in diesem Beitrag, wie du Quittengelee, Quittenbrot, Quittentee und Quittengel selbermachen kannst!

Rezept für ein köstliches Quittengelee

Selbstgemachtes Quittengelee - Lecker!

Quittengelee kannst du sehr einfach selbst zubereiten, ohne Gelierzucker verwenden zu müssen! Wie schon erwähnt, enthalten Quitten sehr viel vom natürlichen Geliermittel Pektin. Wobei du aber beachten solltest, dass sie weniger Pektin enthalten, je älter sie werden. Um zwei bis drei Gläser Quittengelee zuzubereiten, benötigst du: 

1kg Quitten, 350g Zucker und 2 EL Zitronensaft.

Quitten sind sehr hart, pass also bitte auf, dass du dich nicht verletzt, wenn du sie verarbeitest!

Vorsicht: Verletzungsgefahr! Quitten sind sehr hart.

So machst du dein eigenes Quittengelee: 

Bevor du deine Quitten verarbeitest, solltest du unbedingt den bitteren Flaum auf den Quittenschalen mit einem Tuch entfernen und die Quitten waschen. 

Anschließend Quitten vierteln, Kerngehäuse entfernen. Angeschnittene Kerne wegschmeißen, da sie giftig sind. Ganze Kerne für eines der nächsten Rezepte aufbewahren! Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden und das Kerngehäuse in einem Naturstoff einschnüren und den Würfeln beifügen, da im Kerngehäuse das meiste Pektin enthalten ist! Die Quittenwürfel mit dem Kerngehäuse im Beutel in einem Topf mit Wasser bedecken und ca. 40-50 Minuten lang kochen, bis das Fruchtfleisch weich geworden ist. 

Danach kannst du den Herd abschalten und das Ganze einige Stunden stehen lassen, am besten sogar über Nacht! Dann kann das Pektin und das tolle Aroma der Quitten in die Flüssigkeit übergehen, eventuell bekommt die Masse dadurch sogar noch eine schönere, rötlichere Farbe. 

Danach den Saft absieben, dabei das Fruchtfleisch vorsichtig ausdrücken, damit die Flüssigkeit relativ klar bleiben kann (bei meinem Beispielfoto ist es aber leider dieses Mal nicht so klar geworden, haha :D). Den Saft mit Zucker und Zitronensaft aufkochen und ca. 20 Minuten köcheln lassen. Per Gelierprobe kannst du feststellen, ob dein Gelee fertig ist! Wenn es noch nicht richtig geliert ist, kannst du entweder mehr Zucker hinzufügen, oder die Masse noch länger einkochen lassen. Anschließend kannst du das Gelee in saubere und sterilisierte Gläser abfüllen und direkt schließen. Fertig ist dein leckeres Quittengelee!

TIPP: Du musst das Fruchtfleisch nicht wegwerfen, sondern kannst es zu leckerem Quittenbrot verarbeiten! 

 

Quittenbrot selber machen - Der Zeitaufwand lohnt sich!

Wiege deine Fruchtfleischreste vom vorherigen Geleerezept ab und leg die gleiche Menge Zucker beiseite. Anschließend kannst du das Fruchtfleisch mit einem Pürierstab oder einem Kartoffelstampfer zu einem Brei verarbeiten und den Zucker dazugeben. Die Mischung bei niedriger Temperatur einkochen lassen, bis es zu einer dickflüssigen Masse geworden ist. Die Paste ein bis zwei Zentimeter dick auf ein Backblech geben – am besten mit Backpapier oder einer Alternative unterlegen! Nun kannst du das Blech bei ca. 100 Grad einige Stunden im Ofen trocknen lassen oder einige Tage in der Nähe einer Wärmequelle stehen lassen. Wenn das Quittenbrot durchgetrocknet ist, in kleine Stücke schneiden und in Zucker, Kokosflocken oder anderem wenden, damit dein Quittenbrot nicht aneinander kleben bleibt. Wenn du das Brot in ein luftdichtes Schraubglas füllst, kannst du es monatelang aufbewahren! 

Tee aus Quittenschalen

Du musst die Quittenschalen nicht wegwerfen, sondern kannst sie trocknen lassen und als Quittentee verwenden! Quittenschalentee hilft dir bei Halsschmerzen oder Mandelentzündung, wirkt entschlackend und reinigend. Der Tee kann deinen Körper entgiften und Schadstoffe binden. Auch bei Verdauungsbeschwerden kannst du ihn verwenden. Oder, weil er einfach lecker schmeckt! 

Gesundheitsbooster: Quittengel

Auch die Kerne der Quitte sind richtige Wunderwaffen. Das sogenannte “Quittengel” wird aus den Quittenkernen und Wasser hergestellt und wirkt entzündungshemmend und reizlindernd. Du kannst es bei Halsweh und Husten, aber auch Magenschmerzen anwenden. Auch äußerlich wirkt es bei Hautreizungen und Insektenstichen. Pass aber auf, dass du keine beschädigten Kerne erwischt – diese sind für den Menschen auch in geringen Mengen giftig, da sie Blausäure freisetzen! Deshalb bitte nur ganze Kerne für das Quittengel verwenden. 

Zutaten: 1 TL Quittenkerne (getrocknet und ganz!), 100 ml Wasser

Zubereitung auf 2 Arten möglich: Als Absud oder als Kaltauszug

Absud: Quittenkerne mit Wasser ca. 15 min köcheln lassen, abseihen und verwenden.
Kaltauszug: Quittenkerne 12 Stunden im Wasser liegen lassen, abseihen und einmal auf ca. 70 Grad aufkochen lassen. Das tötet eventuelle Keime ab. Nun ist auch diese Variante bereit zur Verwendung!

TIPP: Du kannst dein Quittengel portioniert einfrieren und zu einem späteren Zeitpunkt verwenden! 

Welche Quittenrezepte kennst du?

Schreibe mir gerne, was du alles aus Quitten zauberst! 

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